Waschvorgang einer mechanischen Waschstraße

Waschvorgang einer mechanischen Waschstraße

Durch einen Sensor werden zunächst die Fahrzeugabmessungen ermittelt, auf Wunsch wird das Fahrzeug zur Vorwäsche mittels eines Hochdruckbogens, der dem Fahrzeug folgt, vorgewaschen; dies ist bei textilem Waschmaterial notwendig. Bei älteren Anlagen bewegen sich bei der Hauptwäsche rotierende Bürsten um oder über das Fahrzeug. Der Transport durch die Waschhalle erfolgt durch ein Förderband mit einer am linken Vorderrad angreifende Förderrolle. Nach Patent DE 3732542 kann das Fahrzeug nicht aus der Spur kommen. In moderneren Anlagen kommen bewegliche Textilstreifen und neuerdings PE-Schaumstoffstreifen zum Einsatz. Spezielle rotierende Bürsten reinigen oftmals zusätzlich die Felgen des Fahrzeugs. Je nach Waschprogramm kann das Fahrzeug nun mit einer Wachsbehandlung oder Unterbodenkonservierung versehen werden, welche vor Umwelteinflüssen schützt. Der letzte Arbeitsschritt ist das Trocknen. Ein Gebläse bewegt sich über das Fahrzeug und trocknet die Karosserie. Moderne Waschstraßen verfügen im Anschluss an die Gebläsetrocknung noch über einen Textilmitter, der die restlichen Wassertropfen wegwischt und deutlich mehr Glanz bewirkt.

Eine weniger verbreitete Möglichkeit, das Fahrzeug vollautomatisch reinigen zu lassen, sind bürstenlose Waschportale, die das Fahrzeug nur mit extremem Druck (bis 90 bar) und extrem aggressiven Reinigungsmitteln sauber spülen. Die Betriebskosten solcher Waschanlagen sind jedoch vergleichsweise hoch, da bis zu sechs Hochdruckpumpen verwendet werden. Diese Anlagen findet man hauptsächlich in den Skandinavischen Ländern, da dort im Winter anstelle von Salz mit Splitt, dem Bitumen beigemengt ist, gestreut wird. Durch dieses Gemisch an Fahrzeugen würden Bürsten stark verschlissen bzw. verschmutzt werden. Daher wird in den Wintermonaten fast ausschließlich mit Hochdruck bzw. bürstenlos gereinigt.

1961 entwickelten Gebhard Weigele und Johann Sulzberger (die Gründer von WESUMAT Autowaschanlagen GmbH) die erste Waschanlage, die mit nur 2 Bürsten um das stehende, zu waschende Auto fuhr und in eine normale Tankstellen-Waschhalle passte. Das Patent DE 1187943 hierzu wurde am 8. August 1962 angemeldet.

Die erste vollautomatische Waschstraße mit Münzautomat wurde von Weigele und Sulzberger am 9. April 1964 zum Patent DE 1294248 angemeldet. Der Kunde konnte erstmalig während der Wäsche im Auto bleiben.

1963 baute Franz Christ (Otto Christ AG) die erste vollautomatische Autowaschanlage, welche die Grundlage für die heutige Technik bildet.

 

Bürsten oder LappenBürsten oder Lappen

In vielen neuen Waschanlagen kommen statt Bürsten vor allen Dingen Lappen zur Reinigung zum Einsatz um den Lack zu schonen. Diese Reinigen jedoch im Vergleich zu den Nylonbürsten schlechter und hinterlassen in der Regel einen feinen Schmutzfilm auf Grund der geringen mechanischen Einwirkung. Die Nylonbürsten hingegen schädigen den Lack in der Regel nur, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.

Schaumstoffbürsten: Seit dem Jahre 2000 kommt anstelle von Nylon- bzw. Polyäthylenborsten oder Textillappen immer öfter Waschmaterial aus geschlossenzelligem PE-Schaumstoff zum Einsatz. Bei gleicher Drehzahl wie Polyäthylenborsten ergibt sich ebenfalls ein gutes Waschergebnis. Dieses Waschmaterial hinterläßt keinen Abrieb auf dem Lack und verursacht auch keine Schleifspuren durch eingeschlossene Partikel. Lackschäden sind damit nicht mehr möglich.

 

WaschprogrammeWaschprogramme

Die gebräuchlichsten Waschprogramme sind:

Hochdruckvorwäsche – Ein Hochdruckstrahl (bis 90 bar) wäscht das Auto vor, um extreme Verschmutzungen und Sand, die im Bürstenwaschgang zu Kratzern führen können, vom Auto zu spülen.

Aktiv-Schaum – Das Auto wird mit einem hochaktiven Reinigungsschaum eingesprüht, der festhaftende Verschmutzungen löst, um den Lack für die Bürstenwäsche vorzubereiten.

Bürstenwäsche – Das Fahrzeug wird von drei Bürsten (zwei vertikalen, einer horizontalen) mittels Sensoren und Druckfühlern abgetastet und dabei der Lack gereinigt.

Wachsauftrag – Heiß-, Kalt- und Schaumwachs werden nach dem Waschvorgang aufgesprüht.

Sonderwachs – Ein Spezialwachs wird nach einer Zwischentrocknung auf den trockenen Lack aufgesprüht und dann von den Bürsten fixiert.

Schaumpolitur – Ein Spezialwachs wird ohne Zwischentrocknung auf den Lack als Schaum aufgetragen und dann von den Bürsten fixiert.

Glanztrockner/Trocknungshilfe – Ein Mittel wird vor dem Trockenvorgang aufgesprüht und bewirkt, dass der Wasserfilm schnellstmöglich abrinnt.

Trocknung – Ein horizontales Gebläse (optional auch seitliches Gebläse) folgt der Fahrzeugkontur und bläst so die verbliebenen Wassertropfen ab.

Unterbodenwäsche – Der Unterboden und die Radläufe werden durch Hochdruckdüsen mit bis zu 90 bar gereinigt.

Unterbodenkonservierung – Der Unterboden wird mit einem speziellen Wachs besprüht, um ihn vor Steinchen und Salz zu schützen.

Felgenreinigung – Die Felgen werden durch Tellerbürsten oder Hochdruckdüsen gereinigt.

 

Umweltschutz

Je nach Waschanlagentyp werden zur Fahrzeugwäsche zwischen ca. 120 l (Portalwaschanlagen) und 600 l (Waschstraßen) Wasser verbraucht. Um Frischwasser einzusparen, wird daher in den meisten Waschanlagen das Waschwasser aufgefangen und nach Klärung und Filterung wieder zur Wäsche verwendet. Wachse und Trocknungshilfen werden jedoch grundsätzlich mit Frischwasser aufgebracht. Dem Waschwasser sind Reinigungszusätze beigemischt, um hartnäckigen Schmutz zu entfernen. Außerdem ist das Waschwasser leicht basisch (pH 7,5 bis 8,0). An den Fahrzeugen austretende Öle oder Betriebsstoffe werden über einen Ölabscheider herausgefiltert. In den Wintermonaten wird zudem Streusalz durch die Fahrzeuge in das Waschwasser eingebracht, das zu einer Aufsalzung des Waschwassers führt. Daher wird im Winter periodisch Frischwasser zusätzlich zugegeben, um die Salzkonzentration auf geringerem Niveau zu stabilisieren.


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